Akklimatisation

 

In den meisten Fällen muss man erst ab einer Höhe von 3000 m mit den ersten Anzeichen einer Höhenkrankheit rechnen. Diese sind abhängig von der individuellen Disposition und Kondition. Sie sind beeinflussbar durch Einhaltung gewisser Regeln, wie zum Beispiel eine niedrigere Schlafhöhe, aber vor Allem durch ausreichende Anpassung an die durch die Höhe veränderten Verhältnisse im Sauerstoff- und Flüssigkeitshaushalt.

Sensible Menschen bemerken unter Umständen schon bei 2500 m leichte Symptome, beginnend mit Kopfschmerzen, Pulsrasen, Schwindelgefühlen.

Die Wandertouren von edelweiß & enzian übersteigen 3200 m (Chersogno, Valle Maira, Tour ab 2012) nicht. Die durchschnittliche Wanderhöhe beträgt sogar nur etwa 1600 m; dennoch möchte ich allen Mitwanderern empfehlen, sich vor Beginn einer Wanderung in den Bergen bereits ein bis zwei Tage in den Bergen aufzuhalten und dort langsam einzulaufen.

Das bedeutet für den Kreislauf eine deutliche Entlastung, da er Gelegenheit bekommt, vermehrt rote Blutkörperchen zu bilden, die nun genügend Sauerstoff transportieren können. Statt zu Dauerhöchstleistung verdonnert zu sein, kann das Herz dann wieder energieeffizient arbeiten.

Die Zusammensetzung der Luft (es sind immer 21 % Sauerstoff) ändert sich in der Höhe nicht, nur der Luftdruck. Bereits in 2000 m Höhe nimmt dieser um 19 % gegenüber Meereshöhe ab, d.h., dass uns im Endeffekt weniger Sauerstoff pro Atemzug zur Verfügung steht. Um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten muss also so lange mit schnellerem Atemrhythmus geatmet werden, bis durch den Anstieg der roten Blutkörperchen wieder eine ausgeglichene Versorgung bei normaler Pulsfrequenz und nur noch leicht erhöhter Atemfrequenz gegeben ist. Diese Gegensteuerung des Organismus bezeichnet man als Akklimatisation.

Durch die höhere Anzahl roter Blutkörperchen kommt es auch zu einer Verdickung des Blutes. Neben der stärkeren Verdunstung der Körperflüssigkeit beim Wandern (unter Anderem durch die erhöhte Atemfrequenz) führt auch dieser Faktor zu gesteigertem Flüssigkeitsbedarf, der nicht immer unbedingt ausreichend vom Körper signalisiert wird. Man sollte grundsätzlich deutlich mehr trinken als sonst.

Frühzeichen einer Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Leistungsabfall, Ruhepulsanstieg, schlechter  Schlaf, allgemeines Unwohlsein.

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