Wandern im stillen Piemont

 

immer wieder herrliche Ausblicke

Längst ist das Piemont kein Geheimtipp mehr, dort zu wandern hat auch nichts außergewöhnlich Spektakuläres.

Die Rede von gutem Essen, den vielen Antipasti, den phantastischen Rot- und Weißweinen, den erstklassigen Trüffeln kennt man mittlerweile zur Genüge. Sicher, selbst ausgefuchste Weinkenner finden hier noch immer unbekannte Geschmackserlebnisse, seltene Trauben und neue Entwicklungen.

Das Piemont hat aber mehr zu bieten. Wer das Besondere sucht, wer berührt werden möchte, in der Stille einer wunderschönen Berglandschaft, der findet dort Einzigartiges. Eine Kombination aus Natur und Kultur, aus Wildnis und Infrastruktur, die einerseits abenteuerlich, andererseits heimelig anmutet. Eine widerspruchsvolle Gegend, auf deren Wegen wir an etlichen Tagen niemandem begegnen und so manches geisterhafte Ruinendorf streifen. Abends sitzen wir dennoch in Gastunterkünften, die an Freundlichkeit und Behaglichkeit nichts vermissen lassen.

Die Bergdörfer sind vielerorts verlassen und die Kulturlandschaft weicht der Wildnis. Rührt daher der herzliche Empfang, der dem Besucher zuteilwird und ihm das Gefühl gibt, nicht nur ein Tourist zu sein? Je einfacher die Unterkunft, umso länger oft die Tafel.  Wo man beim Abendessen um einen Tisch zusammenrückt, entstehen leicht Gespräche wie unter Freunden. Ob zwei oder drei Antipasti, ob vier oder fünf Gänge: es schmeckt auch deshalb so gut, weil man einer von wenigen ist. Das vor Allem ist Piemont!
Niemand hätte diesen Sachverhalt wohl besser in Worte fassen können als der Alpenforscher Prof. Dr. Werner Bätzing im Interview mit dem Reisejournalisten und Wanderführer Dr. Gerhard Fitzthum in der DAV-Zeitschrift Panorama 2/2015:

 "Tourismus ist nur dann sinnvoll, wenn er nicht monokulturell betrieben wird und das Geschehen vor Ort dominiert. Er muss ein Element unter anderen bleiben! Sein eigentlicher Charme besteht ja darin, dass er eingebunden ist in das Leben und Wirtschaften der Region. Erst diese Begegnung mit einer anderen, nicht lediglich auf uns zugeschnittenen Welt macht uns zu wirklichen Gästen. Wo es außer Tourismus nichts mehr gibt, ist man nur selten herzlich willkommen. Statt Gast zu sein, wird man hier als Gast inszeniert."

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